Autoput Fahrbericht Österreich - Slowenien - Kroatien Serbien - Mazedonien - Griechenland 

Rückfahrt 04.09.2003

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner


Autor: Klaus Seibert

Am Morgen des 4.September 2003 Uhrzeit 9:00 SESZ verlassen wir Sarti. Wie immer dauert die Fahrt über Nikiti, Moudania nach Thessaloniki gute 1 1/2 Stunden. Auf der Ringroad viel Verkehr, stop and go vor den Ampeln, wir brauchen mindestens 30 Minuten durch die Stadt.

Grenzstation Gevgelja - Mazedonien. 
Nochmal volltanken, Kaffee trinken. Viele türkisch-deutsche Landsleute sind unterwegs, fahren Konvoi. Wir wissen nicht, dass es eine EU-Spur für Bürger der europäischen Union gibt, und warten an der Grenze, schön eingereiht. Dann ein Tipp eines Leidensgenossen, also vorbei an den stehenden Autos, hin zur EU-Spur. Sofortige Abwicklung. Insgesamt hatten wir durch unseren Fehler 1 Stunde Aufenthalt.
In Mazedonien wechseln neu gebaute Autobahnen mit Landstrassen ab. Beides ist jedoch sehr gut zu befahren.
Dann ein Zwischenfall: Kurz vor einem Tunnel geraten wir in einen Stau. Bewaffnete Soldaten (schon komisches Gefühl wenn einem ein Maschinengewehr vor die Nase gehalten wird!) halten uns an. Was ist da los? Keine Antworten. Nach der Tunneldurchfahrt auf der rechten Seite Panzer und Militärfahrzeuge. Erstmal Schreck. Dann, ja was ist das, eisernes Kreuz auf den Fahrzeugen, Y Nummer, wie schön, unsere Jungs sind da. Beruhigt fahren wir weiter.
Mittlerweile ist es 16:04, wir fahren auf unserem geliebten alten Autoput, kurz hinter der Grenze nach Serbien in Richtung Niš. An der Grenze selbst, erstaunlicherweise nette serbische Grenzbeamte mit gebrochenem Deutsch. Ob wir "Originaldeutsch" sind. Rätselraten, was meinen die? Dann, mit Blick auf die vielen türkisch-deutschen Fahrzeuge, aha, ja wir sind "Originaldeutsche". Wir werden durch gewunken, freundliche Grüße, gute Fahrt. Ab Niš, wie früher, die serbische Autobahn beginnt. In der Regel halten wir an den Mautstationen 2 Euro bereit und werden durch gewunken. ABER !! Überall Polizei und Radarfallen. Also aufpassen Leute !! 

Um 21 Uhr 30 erreichen wir unser Motel, etwa 70 Kilometer hinter der serbischen Stadt Ruma
Wir sind jetzt 878 km gefahren und haben satte 13 ½ Stunden benötigt. Das Motel ist sehr einfach, Stil der 70er Jahre. Aber die Übernachtung für 2 Personen beträgt 35 € mit Frühstück. Na gut, wir hatten schon besser gefrühstückt und es empfiehlt sich eigenen Kaffe zu trinken. Aber geschlafen haben wir ruhig und gut. Kommentar an der Rezeption: "Wir verbürgen uns für Ihre Sicherheit und auch Ihres Fahrzeuges."
Wir hatten bei Slivovitz und Bier (beides ausgezeichnet) längere Gespräche mit dem Hotelpersonal. Die wirtschaftliche Situation in Serbien ist furchtbar. Es gibt kaum Arbeit. Der Verdienst einer Lehrerin liegt etwa bei 200 - 250 Euro (im Monat!!). Wir müssen Fragen beantworten, warum Deutschland und die Nato Serbien in das Nachkriegszeitalter (2. Weltkrieg) zurück gebombt hat. Erschreckend wie wenig Zusammenhänge die Leute kennen.
Um 9:00 Uhr MESZ haben wir getankt (sehr preiswert) und sind wieder on the Road, Richtung Kroatien. Die Autobahn in Kroatien und Slowenien ist TOP. Dort wo noch Landstrassen zu befahren sind, wird stetig ausgebaut. In Laibach (es ist nun 13:15 Uhr) mal wieder Stau an der Abfahrt Richtung Kranj. Als wir uns dem Karawankentunnel nähern, sehen wir von weitem die stehenden LKW. Also sofort rüber auf die alte Loibl Strecke. Landschaftlich herrlich.
Zusammenfassung:
Einreisebestimmungen: 
Zur Einreise nach Serbien und Montenegro braucht man einen Reisepass. Für Slowenien, Kroatien, Ungarn und sogar Bosnien und Herzegowina genügt der Personalausweis.

Versicherung:
Bei geplantem Transit durch Serbien unbedingt sicherstellen, dass "YU" in der Grünen Karte nicht durchgestrichen ist. Sonst muss immer noch eine Versicherung gekauft werden (Mindestdauer 4 Wochen: 77 Euro). Auch bei der Einreise nach Bosnien wird die Gültigkeit der Grünen Karte überprüft.
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Verkehrsbestimmungen:
Lichtpflicht in Slowenien und Ungarn. In Slowenien und Ungarn wird deutlich auf wichtige Verkehrsbestimmungen hingewiesen, z.B. Tempolimits. Die stärkste Polizeipräsenz und Kontrollen gibt es in Serbien. Tempolimits werden kontrolliert, auch wenn sie unbegründet erscheinen (Kroatien) oder nicht ersichtlich sind.

Straßenzustand und Wegweisung:
In Serbien gibt es durch den Schwerlastverkehr Spurrinnen auf der Transitstrecke südlich von Belgrad.

Gebühren:
Die Maut ist überall in Euro zu zahlen.

Zahlungsmittel:
Der Euro ist überall einzusetzen, auch in Bosnien und bei Versicherung und Maut in Serbien. Übrig gebliebene Landeswährungen sollten "vertankt" werden. Der Einsatz der VISAcard ist in Serbien nur selten möglich.

Kraftstoff:
Die Versorgungslage ist unproblematisch

Zwischenübernachtung:
Versorgungslücke zwischen Zagreb und der serbischen Grenze. In Serbien selbst gibt es viele Möglichkeiten an der Transitstrecke.

Diesen Reisebericht von seiner Fahrt über den Autoput hat uns Klaus Seibert zur Verfügung gestellt. Ganz herzlichen Dank dafür. 
Das Original finden Sie auf den Seiten von Herrn Seibert unter http://www.sithonia-chalkidiki.de/index.html unter den Buttons Informationen > Anreise.

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