Autoput Fahrbericht Österreich - Slowenien - Kroatien Serbien - Mazedonien - Griechenland 

Rückfahrt 19.11.2003

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner

Autor: petraki
Datum: 04.12.2003 20:48:42

Hallo, wie versprochen mein Bericht über die Fahrt am 19. November 2003 mit dem Auto durch das ehemalige Jugoslawien.

Das Auto war ein Suzuki Vitara (80 PS). Ort und Zeitpunkt der Abfahrt sind durch den griechischen Fähren-Fahrplan bestimmt. Erster Reisetag war ein Mittwoch.

Es ging um 15.14 Uhr OEZ in Piräus los. Die Fahrt durch Piräus und Athen dauerte wegen der vielen Baustellen recht lang (eine Stunde). Das Problem dürfte sich nach den Olympischen Spielen erledigt haben. Der starke Verkehr in Athen sollte bei den Planungen allerdings immer berücksichtigt werden. (Aber wem sage ich das?)

Von Athen bis kurz vor Lamia ist die Autobahn fertig, anfangs 3spurig. Um die Bucht bei Lamia herum keine Autobahn, aber gut und zügig zu fahren. Danach wieder Autobahn bis zur Abzweigung nach Norden vor Thessaloniki, nur unterbrochen durch die Strecke durch die Tembi-Schlucht und ein letztes Stück Baustelle (Dürfte sich im Laufe des nächsten Jahres erledigt haben.)

Da es sehr früh dunkel wurde, Übernachtung in Katerini. Ankunft 20.43 Uhr.

Bis zur Grenze nach Mazedonien 5,60 Euro (4 x 1,40 Euro) Autobahngebühr bezahlt.
Autobahn Lamia-Larissa recht neu, teilweise noch im Bau. Tankstellen sind recht spärlich!!!

Mit der Absicht, keine Übernachtung im ehemaligen Jugoslawien zu haben, Abfahrt in Katerini am frühen Morgen (5.48 Uhr MEZ) des zweiten Tages. Grenze nach Mazedonien um 6.50 MEZ Uhr erreicht. Kein Verkehr, keine Wartezeit. Mazedonien stempelt Visum in dem Pass(!!!). Keine Kosten. Grüne Versicherungskarte wird kontrolliert. Sonst keine weitere Kontrolle.

Fahrt durch die Vardar-Schlucht problemlos. Zustand der Straße akzeptabel. Vor Skopje beginnt die Autobahn und reicht bis zur serbischen Grenze. Autobahngebühr: 5,50 Euro. Euro wurde an den drei Mautstellen, wie auch an allen anderen bis Österreich ohne Probleme akzeptiert. (Ob Geld gespart werden kann, wenn vorher Euro in die jeweiligen Landeswährungen getauscht wird, habe ich nicht geprüft.) Keine Probleme beim Tanken mit Euro.

Ausreise Mazedonien 8.57 Uhr problemlos.
Einreise Serbien problemlos. Visum in Pass gestempelt. Grüne Versicherungskarte. Keine Kosten. Keine Wartezeiten.

Straße im Süden Serbiens über längere Teilstücke schlecht bis sehr schlecht. Im Suzuki nur Tempo 80 möglich. Mit normaler Limousine sicher besser zu ertragen und schneller zu fahren. Südlich von Niš beginnt Autobahn und reicht bis zur kroatischen Grenze. Tanken mit Euro wie selbstverständlich. (Besonders freundliche Bedienung! Eine Dose Original Bitburger Pilsener an der Tankstelle gekauft für 50 Cent!!!) Autobahnfahrt durch Serbien wie in Deutschland, nur ohne Verkehr). Drei Mautstellen und insgesamt 27 Euro Maut.

Ausreise Serbien 14.00 Uhr ohne Probleme. Einreise Kroatien ohne Probleme. Kein Visum.

Knapp 20 Kilometer alter Autoput. Danach bis zur slowenischen Grenze Autobahn. (Tiefe Spurrillen auf dem rechten Fahrstreifen wurden eifrig ausgebessert.) An zwei Mautstellen zusammen 11 Euro Autobahngebühr.

Ausreise Kroatien 17.05 Uhr problemlos.
Einreise Slowenien problemlos. Kein Visum.
Riesengrenzübergang im Bau. Erstmals etwas Verkehr. Schlange von fünf Autos. Insgesamt zehn Minuten Abfertigungszeit für Aus- und Einreise.

Nach der Grenze viele Kilometer Autobahn im Bau (Baustelle). Vor Ljubljana beginnt Autobahn. In Ljubljana kein direkter Anschluss (wie seit 15 Jahren) an Autobahn Richtung Karawanken/Villach. Auf der Fahrt zum Karawankentunnel noch ein paar Kilometer Autoput.

Ausreise Slowenien ohne Probleme.
Karawankentunnel war Baustelle. Einspurige Verkehrsführung mit Ampel. 45 Minuten Wartezeit. (Sollte aber nur kurzfristig so sein). An drei Maustellen insgesamt 9,70 Euro bezahlt incl. Karawankentunnel.

Einreise Österreich. Gegen 20.30 Uhr wurde Gasthaus hinter Villach im Drautal erreicht.

Die Autobahngebühren im ehemaligen Jugoslawien summierten sich also auf 53,20 Euro.

Zusammenfassend wäre zu sagen, dass die Fahrt durch Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien völlig problemlos verlief. Die Straßenverhältnisse sind im Vergleich zu 1990 deutlich besser geworden (mehr Autobahn), wenn auch einige Teilstücke des alten Autoputs auf die Nerven gehen können. Bei Start am frühen Morgen in Katerini wurde mit relativ langsamen Fahrzeug am Abend Österreich erreicht. (Nach den Erfahrungen ist auch eine Übernachtung im ehemaligen Jugoslawien zu empfehlen.) Für die Übernachtung in Katerina wurden 40 Euro ohne Frühstück bezahlt, in Österreich 54 Euro mit Frühstück.

Die Benzinpreise lagen nach der von mir nicht kontrollierten Umrechnung von der Landeswährung in Euro auf deutschem Niveau. (Also mit vollem Tank nach Jugoslawien reinfahren!)

Von der griechisch-mazedonischen Grenze bis zur slowenisch-österreichischen Grenze zeigte der Tageskilometerzähler 1161 km.

Ich werde also auf jeden Fall im März wieder auf dieser Route nach Griechenland fahren und dabei auch Planungen mit Übernachtung im ehemaligen Jugoslawien einbeziehen, da für mich wegen der Fähren die Ankunftszeit in Piräus ausschlaggebend ist. Dabei scheint es mit etwas bequemerem/schnellerem Auto durchaus möglich, mit nur einer Übernachtung in Kroatien oder Serbien eine Abendfähre in Piräus zu erreichen.

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