Autoput Fahrbericht Österreich - Slowenien - Kroatien Serbien - Mazedonien - Griechenland 

Hinfahrt 08.2004  Rückfahrt 09.2004

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner

Autor: Somogyi Julius
Datum: 04.12.2004

Hallo, ich habe es dieses Jahr wieder gewagt, über Jugoslawien zu fahren. Ich finde, es ist ärgerlich, aber nicht gefährlich.

Bis Slowenien gab es keine Probleme (Abfahrt 18.08.04 15:00 in Augsburg), alle Tunnel in Österreich waren frei befahrbar, und an der Grenze nach Slowenien gab es keine Wartezeiten. Die Maut ist ausgeschrieben (in Euro), und an der Tankstelle kann man mit EC Karte bezahlen. Leider sind noch viele Baustellen aktiv. Aber Slowenien ist O.K.

Kroatien. Ab da wirst du beschissen. Die Maut wird nicht in Euro ausgeschrieben. Jede Mautstelle rechnet anders um, und immer zu ihren Gunsten. Der vom ADAC genannte Betrag wurde ums mehrfache übertroffen. Für die Kroaten und Serben ist ein VW - Bus ein LKW. Positiv: Wir mussten in CR nicht tanken und mit der Polizei gab es auch keine Probleme.

Serbien. Der negative Höhepunkt unserer Fahrt nach GR. Wie bei allen Grenze keine großen Staus (2 - 8 Fahrzeuge und das Mitte August, aber in der Nacht). An jeder Mautstelle mussten wir sehr viel Geld abdrücken. Insgesamt über 70 Euro, nur für Serbien. Glatter Betrug. Die Autobahn mit sehr tiefen Spurrillen und an jeder Einfahrt, oder Ausfahrt Polizei. Wir wurden auf der Hinfahrt aufgehalten, weil wir die Nebelscheinwerfer an hatten, aber ohne Strafe, da meine Frau fuhr. Ich hätte wahrscheinlich zahlen müssen. 130 km vor der Mazedonischen Grenze war die Autobahn zu Ende und eine Horror - Fahrt ging los. Ich kann diese Strecke niemandem in der Nacht empfehlen. Der Belag, wenn überhaupt einer da war, wurde abgetragen und durch die scharfen Rillen wurden meine Reifen seitlich beschädigt. Einen Reifen hat es dann zerrissen. Beim Reifenwechsel habe ich festgestellt, dass die Alu Felgen mit dem Radmutternschrauber (SW19) nicht zu öffnen waren (SW17). Also wurde in München angerufen und ein Pannenfahrzeug bestellt.(05:00 Uhr) Nach ca. 20 Minuten war auch einer, freundlich grinsend, da. Leider hatte er kein passendes Werkzeug und nur mit viel improvisieren konnten wir den Reifen wechseln. Auf einmal kam ein zweites Fahrzeug. Da wurde mir gleich klar, der erste war nicht vom Automobilclub und hatte nur den Funkverkehr abgehört. Ich musste den Ersten privat bezahlen. Anschließend versuchte der richtige serbische ADAC mir einen neuen Reifen zu besorgen, ohne Erfolg. Daraufhin versuchte ich es, mit dem Winterreifen nach GR zu kommen. Das ist mir auch gelungen. Leider ist durch das herumfahren uns der Diesel ausgegangen, und wir mussten in Serbien tanken. Da wurden wir richtig beschissen. Wir mussten den doppelten Preis in Euro bezahlen. Ich kann nur jedem raten, für Serbien und Kroatien Landeswährung zu benutzen.

In Mazedonien wird auch gebaut, aber die Landstraßen sind OK. Über GR brauchen wir nichts sagen, man kommt sich, nach Serbien, wie im Paradies vor.

Auf der Rückfahrt mussten wir auf der Grenze Griechenland - Mazedonien 25 Minuten warten. Straßen und Maut war OK, aber an der Tankstelle hatte man versucht, uns wieder übers Ohr zu hauen. Ein Mazedonier aus Esslingen hat es bemerkt, und uns geholfen den zuviel bezahlten Betrag zurück zu bekommen. Es gab dieses mal sehr viele Polizeikontrollen.

An der Grenze nach Serbien keine Wartezeiten. Die schlechten 130 km nach der Grenze wurden diesmal bei Tageslicht in Angriff genommen. Stellenweise wurde immer wieder neuer Belag aufgetragen und wir kamen ohne großen Schaden durch. Auf der Autobahn dieselben Probleme mit der Maut und den vielen Polizeikontrollen. Bei einer Ausfahrt zur Tankstelle wurden wir heraus gewunken. Mit der Waffe in der Hand forderte der Polizist uns auf, die Autotür zu öffnen. Wir hatten auf der Heimfahrt unseren Katamaran auf dem Dach des Autos, konnten also auch nicht schnell fahren. Trotzdem behauptete der Polizist, wir wären zu schnell gefahren. Wir haben uns geweigert zu zahlen. Daraufhin wurden wir aufgefordert, den Beamten zu folgen und in den nächsten Ort zu fahren. Nach ca. 150 m blieb das Polizeiauto wieder stehen, und die Beamten winkten mich heraus. Mich würde es 3 Tage Aufenthalt kosten, wenn ich nicht sofort bezahle. Da platzte mir der Kragen, und ich beschimpfte die Polizisten als Wegelagerer. Nach 10 Minuten hin und her, hat man mir den Pass meiner Frau wieder zurückgegeben und wir durften weiterfahren. 

Anschließend gab es keine Probleme mehr, und wir waren froh, als wir wieder in Slowenien waren. Für uns ist klar, Europa fängt erst ab Slowenien an. Zwischen Slowenien und Griechenland leben Banditen.

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