Autoput Fahrtbericht Österreich - Ungarn - Jugoslawien - Mazedonien - Griechenland
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| Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein
erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen
Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex -
Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann
wieder wie früher benutzt werden. Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann. Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner |
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Autor: Hans Schörg
Datum:05.09.2004
Hier der Bericht meiner heurigen Fahrt von Korneuburg bei Wien
über Ungarn, Serbien, Mazedonien auf die Insel Thassos.
Abfahrt 19.08.2004 00:30 Uhr früh. An der ungarischen Grenze sowohl bei der Ein- und
Ausreise ausnahmsweise keine Wartezeiten. Ich will ich eine Vignette
kaufen und stelle mich 10 Minuten beim Schalter an. Leider werden Euro nicht
genommen. Ich muss zum anderen Schalter Geld wechseln. Stelle mich dort auch
10 Minuten an. Ich gehe mit den gewechselten Forint wieder zum 1. Schalter.
Wartezeit jetzt zirka 15 Minuten. Alles wird mit gemütlichen ungarischen
Tempo gemacht. Endlich habe ich meine Vignette. Hat mich 30 Minuten Zeit
gekostet. Und so ein Land ist bei der EU und nimmt keine Euro. Danach
durchgehend gute Autobahn bis Kiskunfelegyhaza. Von hier bis zur serbischen
Grenze keine Autobahn. Also hat man in einem Jahr absolut nichts
weitergebaut. Man sieht auch keine Bautätigkeiten auf zirka 100 km Länge.
In Szeged kurz vor der serbischen Grenze die ersten Probleme mit der
ungarischen Polizei. Angeblich bin ich statt 50 km/h 70 km/h gefahren. Kein
Radar, kein Foto, trotzdem behauptet der Polizist ich sei zu schnell
gefahren. Seit 2004 darf eine Strafe wegen der vielen korrupten Polizisten
in Ungarn nicht mehr bar bezahlt werden. Also will er mir einen
Zahlschein geben den ich innerhalb von 10 Tagen in Österreich einzahlen muss.
Ich erkläre ihm, dass dies nicht möglich sei, da ich 14 Tage in
Griechenland bleibe. Also hätte ich bei der Rückfahrt an der Grenze
Probleme, da ja mein Kennzeichen im PC registriert ist, und die Strafe dann
als nicht bezahlt aufscheinen würde. Ich erkläre ihm, dass es für alle
Beteiligten besser wäre, wenn ich ihm 10 € gebe und weiterfahre. Er zeigt
sich sehr desinteressiert. Wartet wahrscheinlich auf ein noch besseres
Angebot von mir, da die Strafe mit Zahlschein angeblich ca. 36 € ausmachen
würde (lächerlich). Da ich dann aber doch den Zahlschein wähle,
nimmt er die 10 €. Na bitte, sie nehmen doch den Euro. Alles in allem
waren es nette Polizisten.
In Serbien die ersten 10 km nach wie vor schlechte enge Straßen. Es fehlen
noch immer die 10 km Autostraße von der Grenze bis zur Autostraße. Jetzt
Autostraße bis kurz nach Novi Sad. Wie immer viel Polizei zwischen Subotica
und Novi Sad. Also in der Nacht langsam fahren, weil die Polizei in völliger
Dunkelheit Radarmessungen durchführt oder besser am Tag fahren. Dann kann
man etwas mehr Gas geben, jedoch kurz vor allen Brücken über die Autostraße
sollte man sich ans Tempolimit halten. Unter den Brücken im Schatten steht
sehr oft die Polizei. Kurz nach Novi Sad beginnt zirka 50 km neue Autobahn
bis Belgrad. Ab hier kann man es bis Belgrad ordentlich laufen lassen.
Durch Belgrad war dieses mal wenig Verkehr. Hier vereinigt sich die Autobahn
mit der Autobahn die von Zagreb kommt. Somit sind die Straßen ab hier voll
mit den Türken, die aus Deutschland kommen.
Ab Belgrad gilt nur mehr eines: Aufs Gas und volle Fahrt bis Leskovac.
Relativ gute Autobahn, viele Abschnitte neu asphaltiert, nur ein kurzes Stück
Baustelle.
Positiv zu erwähnen seien noch die OMV Tankstellen. Ein Sicherheitsdienst
bewacht die Touristen. Bei jeder Zapfsäule warten 2 Angestellte auf die
PKW. Ich hatte selten eine so saubere Windschutzscheibe. Jede einzelne Mücke
wurde abgekratzt. Ich gab jedem 1 €. Die haben sich dann noch 1000 mal
bedankt. Das Rasthaus serviert Wiener Kaffee warme
Mehlspeisen und sehr gute Imbisse. Habe selten so gute Autobahnstationen
gesehen.
Ab Leskovac die bekannte schlechte Straße bis zur Mazedonischen Grenze. In
Leskovac ist es 9 Uhr. Also 8 Stunden Fahrzeit. Besserer Schnitt als die Jahre
davor. Jedoch beginnen jetzt die großen Probleme: Zwischen Leskovac und
Vranje 70 km Baustelle. Der Verkehr wird durch Ampeln geregelt. 2 km rechte
Spur gesperrt, 2 km keine Sperre, 2 km linke Spur gesperrt. Das zieht sich
über 70 km hin, für die wir 2,5 Stunden brauchen. Unser guter Schnitt ist
kaputt. Man kann jedoch schon den Bau der Autobahn bemerken. Stellenweise
wird schon asphaltiert. Also hier dürften nächstes Jahr einige km fertig
sein.
Von Vranje bis zur mazedonischen Grenze sehr schlechte Straße. Am besten
die Schlaglöcher nicht beachten und laufen lassen.
An der mazedonischen Grenze kaum Wartezeit. Kurz nach der Grenze Autobahn.
Seit letztem Jahr wieder ein paar km mehr Autobahn im unteren Drittel
Mazedoniens.
Zirka 50 km vor der griechischen Grenze endet die Autobahn, jedoch ist die
Straße gut, überholen fast überall möglich. Es wird viel gebaut. In 1
bis 2 Jahren dürfe die Autobahn durch Mazedonien fertig sein.
An der griechischen Grenze keine Wartezeit. Über die Straßen, Autobahnen
und Polizei in Griechenland zu bereichten währe Zeitverschwendung. Mit
einem kurzem Satz: Problemlos wie immer.
Unterwegs waren wir bis Evzoni ca 15 Stunden, währen die Baustellen
nicht gewesen währen es ca. 13-14 Stunden gewesen; für zirka 1300 km.
Die Rückfahrt 2 Wochen später am 02.09.2004 um 06:00 Uhr war fast gleich, außer dass die Strecke
extrem voll mit türkischen Gastarbeitern war. Ich hatte einmal 3 Autos mit
Türken vor mir, die im Konvoi fuhren. Immer so, dass man sich beim Überholen
nicht zwischen ihnen einordnen konnte. Als ich es endlich geschafft hatte
alle 3 auf einmal zu überholen und meine Geschwindigkeit zu fahren,
erhöhten sie ihrerseits die Geschwindigkeit um mich zu überholen um dann
wieder ihr langsameres Tempo weiter zu fahren. Anscheinend ist das gegen die
türkische Ehre, dass ein Österreicher mit Golf, Türken mit einem
Mercedes, einem Passat und einem Sharan überholen darf. Als ich in
Belgrad war, wo die Türken Richtung Zagreb und ich Richtung Budapest fuhren,
war mir wohler.
Da die Fahrt immer problemloser wird, ist anzunehmen, dass in den nächsten
Jahren die Zahl der Gastarbeiter die diese Strecke befahren, wieder
ansteigen wird. Außerdem fahren viele Türken nicht mehr wie früher bei
Nis Richtung Sofia, weil das bulgarische Visum teuer ist. In Griechenland
bezahlen sie nichts für die Durchreise und somit fahren die meisten jetzt
über Kavala.
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