Autoput 

Fahrbericht Österreich - Slowenien - Kroatien - Serbien - Mazedonien - Griechenland und zurück

04.05.2005
18.05.2005

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner

Autor: weberakis 

Ich möchte vorausschicken, dass ich seit 1998 mit 3jähriger Unterbrechung wegen Kosovo-Krieg über den Autoput nach Griechenland reise, wobei man stetig einzelne Verbesserungen beobachten kann.

Ich will in den nächsten Zeilen primär über die letzten beiden Fahrten berichten, wobei ich immer wieder die Erfahrungen der letzen Transits (Dezember 2004, September 2004 sowie Juli 2004) einfließen lassen möchte.

Route:Wien-Graz-Maribor-Zagreb-Beograd-Nis-Skopje-Thessaloniki-Veria-Grevena-Ioanina-Preveza-Lefkada
Km: 1851km
Fahrzeit: pendelte sich in den letzten Jahren immer bei 20 - 23 (im Winter) Stunden ein


Ich fuhr wie gewöhnlich um ca. 16Uhr in Wien weg, erreichte nach 2Stunden den Grenzübergang(GÜ)Spielfeld und erreichte wiederum 1Stunde später den GÜ Gruskovje/Macalj(SLO/HR).

In Slowenien fällt jedes Jahr mehr auf, dass man sich strikt weigert, eine Autobahn in Richtung Zagreb zu bauen, daher muss man sich noch einige Jahre durch die Vororte von Maribor quälen, was Kolonnenverkehr über 20km bedeutet. Mehr wie 50 - 60km/h sind da meistens nicht drinnen, was vor allem bei der Rückfahrt nervig ist. 
Knapp vor Ptuj legt sich der Verkehr, dafür können sich schon mal einige Kilometer vor dem Grenzübergang die LKWs zurückstauen, wobei in der letzten Zeit die Polizei bereits beim Motel Podlehnik(7km vor der Grenze) zum runterwinken der LKWs bereitsteht, was für den PKW-verkehr sehr angenehm ist. Alles in allem man muss schon ca.1 Stunde  für die 70km Slowenien bei Tagesverkehr einplanen zumal dort noch der ganze Transit nach Dalmatien mit von der Partie ist!

In Macalj  (SLO/HR) gab es beide Male keinerlei Wartezeiten, was natürlich primär an dem frühen Reisetermin lag, wobei ich auch noch unter der Woche fuhr. An den klassischen Transitwochenenden gibt es hier des öfteren Staus mit Wartezeiten von bis zu 2 Stunden und mehr. 
Hier kann man im Extremfall über einen kleinen Grenzübergang bei Krapina(HR) ausweichen, wobei der Umweg recht mühsam ist. Man kommt bei dieser Variante bei Slovenska Bistrica auf die Autobahn Maribor-Ljubiljana und fährt dann direkt Richtung Österreich. Dieser Umweg ist aber nur  von Griechenland kommend empfehlenswert ,sofern die Wartezeit mehr als 1 Stunde beträgt (bzw. 3-5km Stau), da man in Maribor, wo man sich entscheiden müsste, den Grenzstau noch nicht abschätzen kann.

Kroatien war wie gewohnt absolut unkompliziert und monoton aufgrund der geographischen Beschaffenheit. In Babina Greda (30km südöstl. von Slavonski Brod ) hatte ich meinen ersten Tankstopp und einen herrlichen Espresso (wie immer in Kroatien!!). Polizei war im ganzen Land kaum präsent, wobei ich prinzipiell auf 3 Stellen hinweisen möchte:

  • Macalj-Autobahnbeginn nach Krapina(ca. 15km), v.a. nach den Tunneln mit 60er Beschränkung stehen gerne Radarmännchen.
  • Zagreb Zapresic, wo die Autobahn von Krapina kommend für 5km unterbrochen wird.
  • Nach dem Autobahnende Zupanja, die letzten 30km vor Serbien- hier ist im Moment Baustellenbereich wegen Autobahnbau.
Bei allen genannten  Punkten kommen Kontrollen regelmäßig vor, wobei ich bei letzterem im September 2004 300Kuna (~41Euro)zahlen durfte.

Serbien
Nach exakt 6:30Stunden war ich am Grenzübergang Bajakovo/Batrovci (HR/SCG), wobei es wiederum relativ rasch über die Bühne ging. Erstmalig hatte ich in Serbien ein Gepäckskontrolle, wobei mehr oder weniger genau der Kofferraum durchsucht wurde (Gesamtdauer 3min.). Vor mir war ein Österreicher ohne Grüne Karte, der durfte prompt eine Haftpflichtversicherung für 60 Euros abschließen und erst danach seinen Pass beim Zoll abholen. Daher wichtig: Grüne Karte mit SCG-Symbol!! Selbiges gilt für Mazedonien!!
Wie schon seit Jahren tauschte ich 150 Euro in Dinar, wobei  jedoch ein Drittel für Zigaretten reserviert war!! Marlboro 100 kosten in Serbien 11,50Euro/Stange, wenn man in Dinar zahlt und das Glück hat, welche zu ergattern. Für Maut, Benzin und Strafen sollten hin und retour je nach Tankstrategie ~100-150 Euro ausreichen.
Vor allem bei Strafen entpuppen sich die Dinar als äußerst wichtig, da einige Polizisten auf die Landeswährung bestehen, selbiges gilt auch hier für Mazedonien!
Bei der Rückfahrt kann man ebenfalls am Grenzübergang MK/SCG problemlos wechseln, was ich auch machte.
Von der Grenze HR-SCG verläuft die Autobahn durchgehend bis ca. 65 südlich von Nis, die man ohne größeren Druck in 3:30 Stunden bewältigen kann.
Knapp nach Nis hatte ich bei einer Jugopetroltankstelle meinen zweiten Stopp (diesmal ohne Espresso- dieser ist auch an der viel gerühmten OMV-Tanke bei Lapovo ungenießbar).
Die restlichen 100km über die Klisura durch das Moravatal bis zur mazedonischen Grenze (Presevo/Tabanovce) sind nach wie vor Bundesstrasse, wobei der Asphalt an den meisten Stellen extrem verbessert wurde.
In den nächsten Monaten sollte die Autobahn bis ca. 15km vor Predanje fertig sein und auch südlich von Vranje scheint es so als würde man ein Autobahn bauen. Somit würde sich das autobahnfreie Stück auf ca. 60km reduzieren.
Das einzig wirklich Negative, was mir immer wieder in Serbien auffällt ist, dass eine Menge LKWs, äußerst schlecht beleuchtet und extrem langsam auf der Autobahn unterwegs sind, wodurch ein erhöhtes Risiko für Auffahrunfälle besteht (vor allem die ersten 50km nach Beograd in Richtung Nis!!).
Aufgrund des frühen Reisezeitpunktes war relativ wenig Verkehr, ansonsten fuhr ich immer wieder gerne im Konvoi mit einigen türkischen Gastarbeiten, wobei immer ein Wagen so eine Art "Führungsarbeit" leistet, was auch bei eventuellen Radarkontrollen durchaus nützlich ist, weil selten ein ganzer Konvoi mit 5 Autos aufgehalten wird.

Exkurs türkische Gastarbeiter:
In einem anderen Reisebericht wurden die angeblichen Nobelkarossen der Türken angekreidet, wobei man bedenken sollte, dass es als eine Art Erfolgnachweis für die untengebliebene Familie gilt, wenn man ein möglichst schickes Auto fährt. Nicht wenige kaufen sich nur für diese paar Wochen im Jahr ein derartiges Auto, um die Familie zu beruhigen. Ich halte daher von immer wieder kommenden Negativaussagen betreffend der Türken am Autoput überhaupt nichts, da ich stets überaus positive Erfahrungen gemacht habe. 1998 bekam ich z.B. von einem Türken  an der griechischen Grenze den Tipp, dass es einen eigenen Schalter für EU-Bürger gibt, was zu dem Zeitpunkt nirgendwo geschrieben stand. In dem Moment war ich auch komischerweise der einzige EU-Bürger an der Grenze, wodurch ich separat und unverzüglich durchgelassen wurde, während die Türken 2 Stunden (Minimum ) auf die Abfertigung warten mussten.

Polizei in Serbien :
Zwischen Sid (15km hinter der kroat. Grenze) und Nis sind mehr oder weniger an jeder zweiten Ausfahrt Radarpolizisten postiert - je nach Saison in eine der beiden Richtungen. Das heißt, unbedingt strikt an das Tempolimit halten in der Nähe der Ausfahrten!!! Am tückischsten ist hierbei die Mautstation knapp nach Beograd zu erwähnen, wo in Richtung GR Tempo 60 ist und eine verwinkelte Anfahrt und meistens steht dort auf jeder Spur ein Polizistenpärchen.
Weiters ist beinahe immer in der Gegend um Vladicin Han (Moravatal) ein Polizeiduo unterwegs mit Aufhaltgarantie.
Letztendlich war ich nach ca. 11:30 Stunden  an der mazedonischen Grenze.

In Mazedonien wechselte ich wie immer 50Euro in Denar (Zigaretten 15Euro), da die Maut so um bis zu 60% günstiger ist als in Euro. 2002 zahlte ich 9Euros , als ich ein Jahr darauf in Denar zahlte waren es nur mehr 3 , obwohl ein paar km Autobahn hinzukamen. Die Strassen werden auch hier jährlich besser! Mittlerweile geht die Autobahn 5km nach der Grenze los über mehr als 100km bis 40km vor Gevgelija (Grenzübergang MK/GR) und es wird zügig weitergebaut.
Strafen Mazedonien:
Auch hier gibt es relativ konstant 2 Stellen, wo des öfteren Polizisten stehen:
1.)Tabanovce, 1-2km nach der serb. Grenze im Ortsgebiet mit der 60er Beschränkung..
2.)Autobahnbeginn bei Gevgelija direkt bei der Trennung der beiden Straßenseiten.
Erwähnenswert scheint mir auch die letzte Tankstelle direkt bei der Grenze , wo es überraschend gepflegte Toiletten  gibt!!
Nach 13:30Stunden war GRIECHENLAND erreicht!!

Wie immer fiel der Druck, aber auch die Konzentration in Griechenland ab und die Müdigkeit brach langsam aber sicher ein. Das Gemeine an Lefkas ist, dass man ab der Grenze noch immer 6:30 Stunden im Auto hocken muss. Zumal der Katara-Pass nach wie vor das härteste Stück von der ganzen Tour ist.

So das wars.. ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung. Meine Mail finden Sie am Anfang meines Berichtes.

 

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