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Autoput
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Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein
erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen
Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex -
Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann
wieder wie früher benutzt werden.Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr. Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst
erstellen mit dem
Michelin
Routenplaner |
Autor: Candono H. per e-mail vom 19.03.2006

Hallo,
nach gründlicher Recherche bei Bekannten und Verwandten entschieden wir uns
kurz vor Ferienbeginn 2005 für eine Fahrt durch das ehemalige Jugoslawien, um
in die Türkei zu fahren. Bis Dato waren wir immer über Italien-Griechenland mit
der Fähre gefahren und hatten außer den recht hohen Fährkosten keine Probleme
gehabt.
Da wir am nördlichsten Zipfel Deutschlands wohnen, mussten wir uns vorher einen
einigermaßen genauen Zeitplan errechnen und die Route berechnen, da es etliche
mögliche Routen für uns gab. Wir haben uns dann für die Route
Österreich/Slowenien/Kroatien/Serbien/Mazedonien/Griechenland/Türkei
entschieden. Die Möglichkeit über Ungarn nach Serbien rein fiel dadurch weg,
weil meine Frau Türkin ist und für Ungarn eine Visumpflicht besteht. Außerdem
war ein Telefonat bei der ungarischen Botschaft wenig hilfreich, da man wohl
auch an der Grenze keine Visa vergab, sodass man die Botschaft hätte besuchen
müssen.
Wir fuhren morgens los und mussten kurz vor Österreich die erste Nachtpause
einlegen. Die Fahrt durch Österreich nach Slowenien verlief recht reibungslos.
Ebenso verlief die Durchfahrt durch Slowenien nach Kroatien. Ab dann allerdings
fing der "Spaß" an. Wir wurden vorher gewarnt, dass man hier und da mal ein
bisschen "Bakschisch" zahlen muss. Also hatten wir uns jede Menge 5 Euro
Scheine bereit gelegt falls es dazu kommt, dass ein Zöllner von uns wörtlich "Funnf
Oiro" verlangt.
Und so gleich ging es denn los. Die freundliche Dame an der kroatischen
Abfertigung sagte: "Aaah, Passkonntroll....Funnf Oiro". Für den Anfang war das
noch ganz lustig und alle lachten und hatten ihren Spaß daran.
Die kroatische Autobahn entpuppte sich als qualitativ recht gut und die Fahrt
konnte recht zügig voran gehen. Aber was kam denn da? Die erste Mautstelle!
Nach weiteren "Funnf Oiro" setzten wir unsere Fahrt fort. Nach weiteren
Mautstellen und Funnf Oiros erreichten wir die kroatisch/serbische Grenze. Wir
sollten unser blaues Wunder erleben.
Die Grenzstraße war auf eine schmale Landstraße begrenzt, wobei unser
Fahrstreifen durch einen 3 Kilometer langen LKW-Stau blockiert wurde. Da die
Luft draußen heiß und durch die LKW-Abgase unerträglich waren zogen wir es vor
im klimatisierten Auto zu bleiben und zu warten. Einige Schlaumeier wagten
allerdings trotz sporadischem Gegenverkehr die Kolonne zu überholen. Nach einer
halben Stunde allerdings entschied ich mich selber auch zum Schlaumeier zu
werden und hängte mich an einen Überholer ran. Dies war genau die richtige
Entscheidung, da wir vermutlich noch bis Weihnachten da hätten stehen müssen.
An der Grenze selber herrschte das blanke Chaos. Die Verkehrsregelung war eine
Katastrophe. Nach weiteren -Ihr wisst schon - Funnf Oiro, ging es dann weiter.
In Serbien wurde die Autobahn allerdings wesentlich schlechter. Dafür Geld zu
verlangen ist eigentlich schon eine Frechheit. An der ersten Tankstelle kam die
erste Rast, die wir schnell bereut haben. Ein Fensterputzer war so dreist,
"draiie" Euro für das verteilen der Mückenreste über unsere Windschutzscheibe
zu verlangen. Bei Nicht-Bezahlen wurde uns das Kopf-Kürzer-Zeichen angedroht.
Wer würde bei dem Angebot nicht zahlen? Die Blicke der Jugendlichen an der
Tanke bei unserem selbstgekochten Pausensüppchen waren auch alles andere als
einladend. Also blieb uns die Suppe fast im Hals stecken und wir fuhren weiter.
Die vielen Mautstellen auf der serbischen Autobahn und die dazugehörigen "Funnf"
und manchmal sogar "Zenn Euro" waren nicht mehr amüsant. Den Vogel schoss die
letzte Mautstelle mit "Funnfzenn Oiro" ab.
An der Grenze zu Mazedonien ging unser Vorrat an "Funnf Oiro" langsam dem Ende
zu. Auf der serbischen Seite wollte ein Grenzbeamte wissen, wie viel Geld wir
bei uns hätten. Als ich ihm sagte 30 Euro, war er so erbost, dass er unseren
ganzen Jetbag durchsuchen wollte. Das einzige, was uns davor bewahrte waren "Funnf
Oiro".
Die Fahrt durch Mazedonien verlief trotz schlechter Straßen und Dunkelheit
recht gut, um an der Grenze noch mal den letzten Fünfer an einen mazedonischen
Zöllner zu geben, dem unsere grüne Karte wohl nicht grün genug gewesen ist.
Nachdem der Fünfer drin steckte war sie dann aber grün. Bei all der Müdigkeit
fiel uns gar nicht auf, dass die Kontrolle der grünen Karte allerdings völlig
unnötig war, da wir das Land ja verließen. Für den Zöllner hat es sich aber
trotzdem gelohnt.
Total übermüdet und um etliche Euros leichter erreichten wir die griechische
Grenze. Wir waren froh in sicheren Gefilden zu sein und nahmen eine Mütze
schlaf. Am nächsten Morgen ging die Reise dann problemlos weiter bis in die
Türkei.
Einmal dürft ihr raten wie wir zurückgereist sind. Natürlich über
Griechenland-Italien mit der Fähre.
Die Jungs und Mädels in Serbien, Kroatien und Mazedonien sind noch meilenweit
davon entfernt, sich eine zivilisierte Gesellschaft zu nennen. Das ist mein
Fazit.
In den nächsten 20 Jahren fahre ich dort nie wieder durch, und sei der Sprit
dort noch so billig und die Zeitersparnis noch so groß.
Grüße an alle
C.H. aus Flensburg
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