Autoput
Fahrbericht Deutschland - Österreich - Ungarn - Serbien - Mazedonien - Griechenland und zurück über Brindisi (Italien)

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner

Autor: Georg Schilling per e-mail vom 11.09.2005

Sehr geehrter Herr Scheel,
ich möchte mich recht herzlich für die von Ihnen eingerichtete Seite über das Befahren des Autoputs bedanken. Diese Seite erleichterte mir die Entscheidung über das Befahren der Strecke nach Griechenland. Nun mein Reisebericht.

Freitag 12.08.2005

sind wir (2 Erwachsene, 2 Kids 10 und 12 Jahre alt, PKW + Wohnwagen) in der Nähe von Frankfurt gestartet.
Infolge von Staus u. Wochenendverkehr erreichten wir nach 20stündiger Fahrt Szeged in Südungarn. Da ich mir über die Lage in Serbien kein einheitliches Bild machen konnte, übernachteten wir in Ungarn, um am nächsten Morgen bei Tompa in Serbien einzureisen. In Ungarn, kurz vor der serbischen Grenze wurde nochmals vollgetankt. Wegen der großen Reichweite meines PKW, sowie mit der mitgeführten 35 Liter Notration, erhoffte
ich ein Durchkommen bis nach Griechenland ohne Tankstopps. 

Die Grenzformalitäten an der ungarisch/serbischen Grenze waren innerhalb von 5 Minuten erledigt. Die serbischen Zöllner machten jedoch auf mich einen strengen Eindruck. Weiterhin tauschte ich an der Grenze noch 100 Euro für Maut, Essen, Zigaretten usw. um. Gegen 07.00 Uhr reisten wir nun nach Serbien ein. Bis nach Novi Sad war die breite Schnellstraße gut zu befahren. Leider verschlechterte sich der Straßenbelag bis nach Belgrad zusehends.  Es war mir jedoch auf diesen Streckenabschnitten jederzeit möglich - auch mit Wohnwagen - die erlaubten 80 Km/h zu halten. Bis Belgrad war eine erhöhte Polizeipräsenz festzustellen. Die Radarmaßnahmen beschränkten sich hauptsächlich auf den auf der Gegenfahrbahn laufenden Rückreiseverkehr Richtung Ungarn. Häufig wurde man durch Lichthupe von entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern auf Radarkontrollen aufmerksam gemacht. Nach Belgrad war der Autoput bis zur Zahlstelle bei Nis in einem einwandfreien Zustand. Auch nach Leskovac bis zur mazedonischen Grenze war die Strecke auf Grund des neuen Teerbelages in einem sehr guten Zustand. An der mehrfach beschriebenen OMV Tankstelle, 105 km hinter Belgrad wurde getankt und gespeist. Die Autobahnmaut in Serbien wurde korrekt mit Quittung abgerechnet. Wir zahlten für unser Gespann für den serbischen Streckenanteil 27,00 Euro. Die Sorge in Serbien ohne Diesel dazustehen erwies sich als nicht begründet. Eine jederzeitige Versorgung mit Kraftstoff sah ich an jeder Tankstelle in Serbien gewährleistet.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir die serbisch-mazedonische Grenze. Auch hier betrug die Wartezeit maximal 10 Minuten. In Mazedonien zahlten wir an den 3 Zahlstellen zusammen 8,00 €uro. Jedoch erhält man an keiner Zahlstelle einen entsprechenden Zahlbeleg.Der Preis für die entsprechenden Streckenabschnitte war immer angeschlagen.Wir rechneten diese Kosten in Euro um, rundeten diesen Betrag, und gaben den Kassierern diesen abgezählten Betrag. Wir hatten mit dieser Methode an keiner mazedonischen Zahlstelle Schwierigkeiten.

Nach ca. 2,5 Stunden erreichten wir gegen 19.30 Uhr MESZ Griechenland. Auch an dieser Grenze war keine nennenswerte Wartezeit zu verzeichnen.

Nach zwei Wochen Urlaub in Griechenland sind wir (war geplant) mit der Fähre von Igoumenitsa nach Brindisi(Italien) übergesetzt.

FAZIT:

Ich würde jederzeit die Fahrt über Serbien nach Griechenland durchführen. Die Kosten für die Rückfahrt mit Fähre, Maut und Diesel waren ungefähr doppelt so hoch, wie die Fahrt durch Serbien. Wir wurden in Serbien immer freundlich und korrekt behandelt. Ich denke, mit den Geldern, die man bei einem Serbien Transit im Land lässt, erleichtert man dem Land, sowie auch dessen Bevölkerung, sich von den Kriegsereignissen zu erholen.

Gerne bin ich zu einem weiteren Informationsaustausch bereit.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Schilling

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