Autoput
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Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein
erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen
Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex -
Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann
wieder wie früher benutzt werden.Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit dem Autoput, sowohl positiv wie negativ, in möglichst ausführlicher Form an mich mailen würden, damit ich sie hier veröffentlichen kann. Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst
erstellen mit dem Michelin
Routenplaner |
Autor: Ralf Scheel
Fahrt von Evzoni (Grenze Griechenland) nach Villach (Grenze Österreich) mit Renault Kangoo dci
18:30 An der griechisch - mazedonischen Grenze warten vor mir 5 - 6 Fahrzeuge. Es wird zügig abgefertigt, keine 5 Minuten später bin ich im Duty free shop um Ouzo zu kaufen. Nicht für mich, ich trinke keine harten Sachen, aber der Ouzo ist dort dermaßen billig, dass man gut eine Flasche zum Verschenken mitnehmen kann.
Um 17:48, nach 15 Minuten Wartezeit bin ich auch durch die mazedonische
Kontrollstelle. Die Uhr habe ich wieder auf MESZ Mitteleuropäische
Sommerzeit zurück gestellt. Meine letzte Fahrt über den Autoput war im Frühjahr
, und ich kann sagen, die Mazedonen waren den Sommer über ziemlich
fleißig. Es ist zwar noch nicht die ganze Strecke Autobahn, aber die
Landstraße ist sehr gut, mit vielen neu asphaltierten Abschnitten. Dann die
Überraschung: An den 3 Mautstellen diesmal absolut korrekte Abrechnung 1. 1,- €, 2.
1,50 € und die 3. Mautstelle, an der sonst immer 3,- € verlangt
wurde, akzeptierte kommentarlos meinen hingereichten Euro.
Um 19:46 bin ich in Serbien. Auch hier wurde die Landstraße
streckenweise neu asphaltiert. Ich fahre die nächstgelegene Tankstelle an,
und will Diesel 2. Das ist der einfache Diesel und gegenüber dem Eurodiesel
7 Cent billiger. Mein Auto kann nämlich keinen Unterschied zwischen
den beiden Dieselsorten feststellen, also wähle ich die billigere Sorte.
Gibt es aber nicht. Da ich noch genügend Sprit im Tank habe, will ich
weiter zur nächsten Tankstelle. Da werde ich plötzlich von einem
Polizisten herangewinkt. Eigentlich kann ich mir nichts vorwerfen. Der gute
Mann spricht leider nur serbisch, aber mit Zeichensprache macht er mir klar,
dass er mitgenommen werden will. Kein Problem, nach rund 20 Kilometern lasse
ich ihn wieder raus. Er bedankt sich freundlich.
21:09 Uhr. Die nächste
Tankstelle kommt in Sicht, und mit Ihr auch das Motel Predanje.
Auch an
dieser Tankstelle gibt es nur Eurodiesel. Nun ist es egal welchen
Diesel ich tanke, denn der Tank ist jetzt weitestgehend leer. Der Liter
Eurodiesel kostet 71 Dinar, also umgerechnet 87 Cent. Ich zahle übrigens,
angeregt durch den Hinweis eines anderen Reiseberichtes, völlig
unkompliziert mit Kreditkarte. Einmal volltanken und dann schaun wir mal,
wie das Hotel ist. An der Rezeption empfängt mich sehr freundlich auf
deutsch Herr Srđan Stamenkovic. Ich habe mir extra seinen Namen geben lassen,
damit er mal öffentlich im Internet gelobt wird. Lange habe ich im Internet
gesucht, bis ich diesen verflixten serbischen Buchstaben đ, der
sich wie dj ausspricht, gefunden habe. Aber so viel Freundlichkeit ist mir
die Mühe wert. Das Hotel macht einen sehr
guten Eindruck, um so überraschter bin ich, dass das Einzelzimmer inklusiv Frühstück
nur 15,- Euro kosten soll. Hocherfreut nehme
ich an. Nach einer ausgedehnten Dusche gehe ich zum angeschlossenen
Restaurant. Es gibt, wie soll es anders sein, vorwiegend jugoslawische
Spezialitäten. Mein Hunger ist nicht besonders groß. Gleich 5 Ober werben
um meine Gunst. Ich bestelle
Cevapcici, Salat und 1 Bier. Der Ober fragt mich, ob ich Brot haben möchte.
Ich verneine. Er sagt: das Brot machen sie laufend frisch und es wäre
köstlich. Er bringt mir ein kleines Fladenbrot, das tatsächlich noch
ofenwarm ist. Macht zusammen 325 Dinar oder 4 Euro. Das Brot ist kostenlos.
Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang geht es ins Bett. Das Fenster des
Zimmers öffnet man besser nicht, denn ein Notstromaggregat draußen macht ziemlichen
Krach. Außerdem ist das Zimmer mückenfrei, und das soll auch so bleiben.
Ich schlafe prima. Am nächsten Morgen um 6:30 gehe ich ins Restaurant und
gebe meinen Frühstückscoupon ab, den ich gestern Abend beim Hotelportier
bekommen habe. Der Ober bietet mir Omelett mit Schinken an. Das Angebot kann
ich nicht abschlagen. Zusätzlich bekomme ich wieder ein frisches Fladenbrot
und einen Pfefferminztee. Das Omelett packe ich in die aufgeschnittenen
Hälften des Fladenbrotes. Nach der Hälfte bin ich zum platzen satt, und
nehme die andere Hälfte mit. Sie wird mein Mittagessen.
Am 2.9. um 07:13 fahre ich weiter. Die Autobahn beginnt viel früher als im
Frühjahr. Jetzt sind die 5 Euro Gebühr berechtigt. Im Frühjahr war es nur
eine ganz kurze Strecke. Die Polizei ist ausgesprochen präsent. Ein Jugo
mit einem Audi A8 fegt mit ungefähr 160 km/h an mir vorbei. Keinen
Kilometer weiter steht er bei der Radarfalle und wird abkassiert. Das
witzige dabei, das Ganze kann ich gleich 3 mal nacheinander beobachten. Der Audi ist
dadurch zwar
nicht wirklich schneller, aber sicher ungleich teurer unterwegs. Die 2. Mautstelle
ist bereits kurz vor Belgrad. In Belgrad staut sich der Verkehr auf der
Autobahn. 2 Auffahrunfälle behindern den Verkehrsfluss erheblich. Hinter
Belgrad nimmt die Verkehrsdichte wieder deutlich ab. Nach rund 100 km kommt
die letzte Tankstelle in Serbien. Diesmal auch mit einfachem Diesel, der
0,65 Dinar bzw. 80 Cent kostet. Auch hier zahle ich mit Karte. Für das
Pinkeln in einem Dixiklo soll ich 50 Cent bezahlen. Die spinnen wohl. Keine
500 Meter weiter kann ich mich gratis erleichtern. Kurz vor der Grenze die
letzte Mautstelle in Serbien. Für 500 Dinar möchte man 8 Euro. Ich gebe 10
hin und bekomme den Rest in Euro zurück.
12:12 Uhr Grenzkontrollpunkt Serbien - Kroatien. Nach 15 Minuten bin ich durch. Erst nach 250 km, kurz vor Zagreb, kommt die Mautstelle mit 13 Euro. 40 km weiter, direkt vor der Grenze zu Slowenien die 2. Mautstelle mit 1 Euro.
15:30 Uhr Grenzkontrollpunkt Kroatien - Slowenien. Die Wartezeit beträgt insgesamt 7 Minuten. Es gibt 3 Mautstellen, die insgesamt nur 5,60 Euro kassieren. In und um Ljubljana habe ich extrem dichten Verkehr und verbringe mindestens 1 Stunde im Stau. Ausweichmöglichkeiten sehe ich keine.
18:40 Ich erreiche die österreichische Grenze. Nahezu keine Wartezeit am Kontrollpunkt.
Maut gesamt pro Land:
| Mazedonien | 03,50 € |
| Serbien | 28,00 € |
| Kroatien | 14,00 € |
| Slowenien | 05,60 € |
| Gesamt | 51,10 € |
Wartezeiten an den Grenzen:
| Griechenland nach Mazedonien | 0:15 h |
| Mazedonien nach Serbien | 0:09 h |
| Serbien nach Kroatien | 0:15 h |
| Kroatien nach Slowenien | 0:07 h |
| Slowenien nach Österreich | 0:05 h |
| Gesamtwartezeit | 0:51 h |
| Fahrzeit | 15:07 h |
| Kilometer | 1163 km |
Nachtrag vom 12.09.2005:
Heute sind die Beträge für das Tanken in Serbien, die ich per VISA Karte
bezahlt hatte, von meinem Konto abgebucht worden. Der
Umrechnungskurs ist sogar noch etwas besser als der Bargeldkurs und es
entstehen keine Wechselspesen. Ab sofort zahle ich, wenn es möglich
ist, in Jugoslawien nur noch per VISA Karte.
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