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Autoput
Fahrbericht Slowenien - Kroatien - Serbien - Mazedonien - Griechenland

Die Touristenzahlen in Griechenland sind kräftig zurückgegangen. Ein erheblicher Grund ist die Unterbrechung der Landverbindung zwischen Österreich und Griechenland, dem so genannten Autoput durch Ex - Jugoslawien, gewesen. Ja, Sie lesen richtig - gewesen. Der Autoput kann wieder wie früher benutzt werden.

Allerdings gibt es leider genau wie früher Probleme mit Staus, korrupten Polizisten, bummeligen Grenzbeamten, katastrophalen Straßenabschnitten und vieles mehr.

Übrigens die nebenstehende Karte können Sie sich auch selbst erstellen mit dem Michelin Routenplaner

Autor: Bernd Alexa per e-mail vom 05.07.2006

25.05.2006 09.06.2006

Duderstadt - Epidavros

Wie jedes Jahr im Januar habe ich die Preise der Fähren von Ancona nach Patras studiert. Wir reisen  mit einem PKW und unserem Hund, ein Jack-Russel-Terrier. Deswegen benötigen wir eine so genannte Pet-Cabin, eine Kabine, in die wir unseren kleinen Hund mit hinein nehmen können, da wir ihn nicht in einen Zwinger an Bord eines Schiffes sperren wollen. Eine solche Kabine bietet Superfast-Ferries an. In den letzten Jahren sind wir zweimal pro Jahr mit Superfast gefahren. Dieses Jahr nun sollten wir 980 Euro für die Überfahrt bezahlen. Das ist uns entschieden zu teuer. Wir entschlossen uns deshalb, und angeregt durch die positiven Autoputberichte, den Landweg nach 16 Jahren wieder durch Ex-Jugoslawien zu nehmen.
Am Mittwoch vor Himmelfahrt starteten wir in Duderstadt bei Göttingen. Nach einer recht entspannten Fahrt erreichten wir die Raststätte bei Kranj in Slowenien gegen 24:30 Uhr nach 1030 km. Nach einem halbwegs entspanntem Schlaf auf dieser sehr sauberen Raststätte fuhren wir gegen 4:30 Uhr los, um die vor uns liegenden 1000 km bis zur griechischen Grenze in Evzoni hinter uns zu bringen. In Ljubljana war um diese Zeit noch kein Verkehr und es ging zügig in Richtung Zagreb. Bei Trbnje ist ein etwa 40 km langes Teilstück ohne Autobahn, also Autoput wie früher. Die Slowenen bauen hier aber an einer neuen Autobahn. Die Grenzabfertigung bei der Einreise nach Kroatien war absolut problemlos. Es folgt eine wirklich sehr gute Autobahn mit größtenteils neuen, modernen Raststätten. Vor der kroatisch-serbischen Grenze wird emsig gebaut, um ein weiteres Teilstück der Autobahn fertig zu stellen. Die Grenzabfertigung ging wieder schnell und problemlos. Durch die langen LKW-Schlangen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wir sind an der Schlange einfach vorbei gefahren. Die serbische Grenzabfertigung wir gerade mehrspurig ausgebaut, sodass in der Urlaubszeit im Sommer ein größerer Andrang bewältigt werden kann. Der Verkehr lässt in Serbien deutlich nach. Auch hier ist die Autobahn in einwandfreiem Zustand. Gegen 11:00 Uhr erreichten wir Belgrad. Der Verkehr ist hier sehr dicht, löst sich aber hinter Belgrad schnell wieder auf. Zirka 20 km hinter Belgrad befindet sich die neu errichtete ELP-Tankstelle, die von Secrurity und Polizei bewacht wird! Für zwei ausgezeichnete Omelettes und vier Cappucino zahlten wir 7,50 Euro.
Der Vekehr nahm Richtung Nis immer mehr ab. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir das Ende der Autobahn bei Leskovac. Die nun folgende Landstrasse ist zu großem Teil neu und sehr gut zu befahren. Allerdings sind die Tunnel stockdunkel und es ist absolute Vorsicht geboten. Bei Vranje wurden wir von der Polizei angehalten. Vor und hinter uns fuhren jeweils serbische Autos, uns aber hielt man an. Über mehrere Kilometer ist hier eine Strecke mit abwechselnder Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 und 80 Stundenkilometern. Wir hielten uns strikt, wie auf der ganzen Fahrt, daran. Der Polizist verlangte unsere Reisepässe und sagte mit seinem serbischen Dialekt: "Fahren 60, fahren 80!". Wir glauben, dass die Polizei versuchte, ein paar Euros dazuzuverdienen. Ich machte aber keine Anstalten, meine Geldbörse auch nur anzufassen. Nach wenigen Minuten konnten wir weiterfahren.
Der Grenzübertritt nach Mazedonien war wiederum problemlos. Die folgende Autobahn ist wieder fast leer. Ein Teilstück von ca. 40 km Landstrasse hinter Veles lässt sich wieder gut befahren. Vor der Grenze zu Griechenland beginnt wieder die Autobahn. Wie im ganzen Ex-Jugoslawien wird auch in Mazedonien ständig an der Erneuerung der Strassen gebaut.
Um 18:00 Uhr erreichten wir Evzoni und somit Griechenland.
Nach einer erholsamen Nacht in einem Hotel bei Lamia in Mittelgriechenland fuhren wir am nächsten Tag die restlichen 400 km bis Epidavros.

Die Rückfahrt am 9. Juni 2006 verlief wiederum absolut problemlos. Um 05:30 Uhr passierten reisten wir die griechisch-mazedonische Grenze. Es herrschte wiederum auf der gesamten Strecke wenig Verkehr.
In Zagreb entschlossen wir uns, über Maribor zu fahren. Die Autobahn hört nach wenigen Kilometern auf. Die folgende Landstrasse bietet kaum Überholmöglichkeiten. Bei dichtem LKW-Verkehr und Baustellen für die neue Autobahn geht es hier nur sehr langsam voran. Um 19:30 erreichen wir ein Hotel kurz vor Graz in Österreich. Für das nächste Mal steht für uns fest: wieder über Ljubljana, weil es stressfreier und schneller geht.

Zusammenfassung:

Tanken:
Die Versorgung ist kein Problem. Unser Diesel verbrauchte im Durchschnitt 6l/100 km. Der Literpreis für Eurodiesel in Serbien wie Kroatien: EURO 0,90.
Strassen:
Kein Vergleich zu der Zeit vor dem Balkankrieg. Einwandfreie Autobahn, neue Landstrassen über insg. ca. 150 km. In Serbien überqueren allerdings oftmals Fußgänger die Autobahn, während es in Mazedonien auf der Autobahn von wilden Hunden wimmelt. Deshalb ist es zu empfehlen, nur am Tag zu fahren.
Raststätten:
Sehr viele neue, saubere und sichere (Polizei,Securities) Raststätten, zudem preiswert.
Zahlungsmittel:
Wir haben Tanken und Essen mit MasterCard bezahlt (korrekte Umrechnung durch die Kreditkartengesellschaft). Die Autobahngebühren zahlten wir in bar (Genügend Kleingeld mitnehmen)
Autobahngebühr:
Sämtliche Mautstellen nahmen Euro. Korrekte Abrechnung. Sehr hilfreich: die Tabelle aus dem samothraki- Reisebericht vom 2.4.2005 (stimmt bis auf eine Ausnahme: in vor Leskovac ist ein neues Stück Autobahn fertig, deshalb ist dieses Stück ein paar Cent teurer).
Geschwindigkeitsbegrenzungen:
Wenn stur alle eingehalten werden, gibt es auch keine Probleme.
Hund:
Der Hund muss eine Tollwut-Impfung haben sowie einen Nachweis auf Tollwut-Antikörper im Blut (bekommt man über den Tierarzt). Der Impfausweis ist Pflicht, sonst drohen 6 Wochen Quarantäne für das Tier!
Auto:
Grüne Versicherungskarte mit Gültigkeit für die Ex-Jugoslawien-Staaten ist Pflicht, sonst teuere Einzelversicherung für Serbien. Abblendlicht, Warnwesten, Ersatzbirnen und Feuerlöscher im Fahrzeug ist obligatorisch.

Resümee:
Wir fühlten uns nie unsicher und wir trafen auf freundliche Menschen. Kein Vergleich mit dem Autoput vor 1990. Die einzelnen Staaten sind sehr bemüht, den Autoput wieder zum Leben zu bringen. Wir werden in Zukunft die Abzocke der Fährgesellschaften nicht mehr mitmachen und wieder den Landweg nehmen. Im Vergleich zur Fähre sparen wir pro Reise mehr als 500 Euro.

Bernd Alexa




 

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